10 Tipps für erste Aufnahmen bei der Unterwasserfotografie

10 Tipps für erste Aufnahmenbei der Unterwasserfotografie
 
Olivier ist Ingenieur bei Tribord, er arbeitet vor allem an Projekten mit Neopren-Tauchanzügen. Er ist zugleich ein großer Fan der Unterwasser-Fotografie und ein sehr guter Fotograf, deshalb hat er uns hier seine Tipps zusammengestellt.
 

1) Im richtigen Moment bereit sein

 
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Da das Material für UW-Fotografie meist relativ teuer ist, muss man vor dem Tauchgang etwas Zeit einplanen, besonders wenn es ganz neu ist.
Wasser, Salz, Wind und Sand bieten nicht gerade eine schonende Behandlung. Besonders muss auf Dichtungen geachtet werden, die vor jedem Tauchgang überprüft werden sollten, vor allem an der hinteren Verschlussklappe.
Ölen vor jedem Tauchgang ist nicht notwendig, überschüssiges Schmiermittel könnte sogar der Dichtung durch Staub der Umgebung schaden.
gleich, ob Sie vom Ufer oder von einem Boot aus tauchen, eine Transportkiste ist absolut notwendig.
Wählen Sie eine Kiste, die nicht zu groß ist, damit man sie auf dem Boot geschützt verstauen kann (z. B. unter der Ablage für die Tauchflaschen). Am Strand dient eine Kiste als guter Schutz vor dem tückischen Sand.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das Material in Ruhe zu Hause vorzubereiten, damit man seine Foto-Session während des Tauchens relaxt angehen kann (Kamera, Kiste, Blitz etc.). Nichts ist stressiger als sich vorzustellen, dass beim ersten Mal Ihr gesamtes Material in der Tiefe verschwindet!
So vermeidet man auch technische Probleme vor Ort, wie eine ungeladene Batterie, einen schlecht eingesteckten Blitzanschluss, die vergessene Speicherkarte ...

 

2) Tarierung und Umweltschutz

 
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Bei den ersten Aufnahmen der Unterwasserfotografie ist ein Minimum an Technik und Vertrautheit nötig. Bei der Unterwasserfotografie muss man vor allem tauchen!
Gute Tauchkenntnisse sind eine wesentliche Voraussetzung, vor allem der sichere Umgang mit der Tarierweste und dem Auftrieb unter Wasser.
Es ist auch sinnvoll, Ihr Taucherteam davon zu informieren, wenn Sie ein Foto machen wollen.
Sie werden wahrscheinlich öfters anhalten wollen und werden sich weniger auf Ihre Taucherfreunde konzentrieren. Vorsicht ist angebracht.
Bei der Jagd nach Motiven kann Ihr Verhalten unter Wasser eine direkte Auswirkung auf die Umwelt haben.
Ein Foto zu machen bedeutet nicht, sich unter Wasser auszubreiten und die Tier- und Pflanzenwelt zu stören.
Wie kann man Bilder nach Hause nehmen, die die Unterwasserwelt „verschönern“, indem man sie schädigt?

 

3) Aufnahmen der Tier- und Pflanzenwelt

 
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Wasser bildet einen natürlichen Filter und dämpft die Farben, den Kontrast und die Schärfe. Sie erhalten ein besseres Ergebnis, wenn Sie sich so nah wie möglich an die Motive annähern, auf mindestens einen Meter oder selbst 50 Zentimeter.
Bevor man an die Objekte heran schwimmt, sollte man am Material einige Details überprüfen.
Achten Sie darauf, dass keine der Verbindungen (Oktopus, Manometer, Lampen usw.) vor Ihnen baumelt.
Zudem, auch wenn dies überrascht, erschrecken die Luftblasen, die Sie ausstoßen, die Fische mehr als Sie. Nun nur noch ein paar Zentimeter heran schwimmen ...
Endlich bereit, mit einer Grundel vor der Linse? Denken Sie darüber nach, wie das Foto werden soll, bevor Sie abdrücken.
Fotos sollte man besser nicht von oben oder von unten aus der Froschperspektive schießen. Oder können Sie sich vorstellen, dass Sie bei einem Portrait nur eine Aufnahme vom Schädel oder Hals machen?
Positionieren Sie sich auf gleicher Höhe wie das Objekt, das Sie fotografieren wollen.

 

4) Umgebungslicht bei geringer Tiefe nutzen

 
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Es ist nicht nötig, tief zu tauchen, um schöne Bilder zu machen.
Ganz im Gegenteil, die Licht- und Sichtbedingungen sind in geringer Tiefe, idealerweise zwischen der Wasseroberfläche und 10 m Tiefe, meist am besten. Nahe an der Oberfläche entstehen wunderbare Sonnenstrahlen, die sehr fotogen sind.
Auch die Farben sind schöner.
Um die Bedingungen optimal zu nutzen, finden Sie hier einige Grundregeln:
Wählen Sie eine Position mit der Sonne im Rücken, um zu starkes Gegenlicht zu vermeiden. Versuchen Sie bei optimalen Bedingungen die Belichtungszeit zu verkürzen und Sie bekommen schärfere Bilder.
Sie werden schnell feststellen, dass sich die Meereswelt um Sie herum bewegt!
Kamerasensoren werden zunehmend leistungsfähiger, zögern Sie nicht, einen empfindlicheren Film (problemlos bis zu 400 oder 800 ISO) zu verwenden.
Und schließlich, falls einige Partikel auf Ihren Fotos zu sehr auffallen, schalten Sie den integrierten Blitz aus, und Sie werden sehen, dass Sie ein besseres Ergebnis bei Ihren ersten Aufnahmen erhalten.

 

 5) Blitz

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Mehrere Meter tief unter der Oberfläche (ab 3 m) werden Sonnenstrahlen so sehr gefiltert, dass bestimmte Farben, wie Rot, schnell verschwinden. Dann wird selbst bei viel Sonnenlicht und kristallklarem Wasser ein integrierter oder externer Blitz unerlässlich.
Ohne Blitz wirken Farben unvermeidlich stumpf, kontrastlos und unklar.
Beginnen wir also mit einer Kompaktkamera mit integriertem Blitz.
Zögern Sie nicht, sich auf das Motiv richtig einzustimmen, damit Sie es richtig ins Bild rücken und erfassen.
Die Reichweite eines guten Blitzes beträgt höchstens 1 Meter.
Mit dem bei vielen Gehäusen integrierten Blitzkopf erzielt man eine gute Lichtstreuung und kann ebenso den dunklen Bereich einschränken, der durch den Blitz und das Objektiv gebildet wird.
Mit dem Kauf eines Blitzgeräts (oder von zwei Blitzgeräten) wird die Qualität der Bilder entscheidend verbessert. Mit externen Blitzen kann man auch das etwas zu harte Licht von integrierten Blitzen vermeiden.
Die richtige Platzierung des Blitzes wird von Einsteigerfotografen oft diskutiert, denn sehr schnell bekommt man Probleme mit den „Partikeln“ im Wasser. Mit einem externen Blitz seitlich und hinter dem Gehäuse (aber vor allem nicht im gleichen Winkel wie der integrierte Blitz) erzielt man ein sehr gleichmäßiges Licht, ohne die Partikel zu sehr hervorzuheben. Diesen Tipp sollte man sich merken.
Es darf Sie nicht überraschen, wenn ein gutes Blitzgerät mehrere hundert Euro kostet. Das ist der Preis, wenn man Farben von guter Qualität haben will.

 

6) Das Makro ist ideal für Einsteiger

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Mit dieser Fototechnik erzielt man zweifellos sehr schnell gute Resultate. Schon einfache Kompaktkameras haben den „Makro-Modus".
Das Makro lässt alle Dinge „groß“ erscheinen, die einem vor die Blende kommen.
Das ergibt sofort schöne Bilder und Farben mit unglaublichen Details.
Mit dieser Art von Bildern liegt die Schwierigkeit eigentlich nicht bei der Technik, sondern bei der Auswahl des Motivs.
Im Nu hat man eine Gruppe von Seeanemonen oder einen einen Mini-Klippfisch verpasst.
Zudem können auch noch die Strömung oder der Seegang bei den Aufnahmen erschwerend wirken. Eine gelungene Bildkomposition durch das klitzekleine Okular einer Spiegelreflexkamera ist nicht einfach.
Wer eine Kompaktkamera besitzt, hat zwei Vorteile: Die Anzeige am Bildschirm ist oft leistungsfähiger als bei einer Spiegelreflexkamera. Zudem verbessert die kleine Größe der Sensoren die Schärfentiefe und bietet einen größeren scharfgestellten Bereich.
Jetzt gibt es für jeden Zweck eine Lösung: Besitzer einer Spiegelreflexkamera könnten sich auch einen externen Sucher zulegen, der ebenso teuer wie leistungsstark ist.

 

7) Weitwinkelfotos

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Wer ist noch nicht bei Fotos von Delfinen oder diesen wunderschönen Unterwasserlandschaften ins Träumen geraten?
Diese Fotos entstehen unter Verwendung von in der UW-Fotografie sehr beliebten Weitwinkelobjektiven.
Es gibt sie für die leistungsstärksten Kompaktkameras, für Spiegelreflexkameras gibt es Zusatzobjektive, die auf das Gehäuse geschraubt werden.
Vom Weitwinkel geht es jetzt zum Fisheye. Dieses Zubehör für Kompaktkameras kann unter Wasser befestigt und abgenommen werden.
Im Gegensatz dazu muss man bei der Verwendung einer Spiegelreflexkamera die Objektive vor dem Tauchgang wählen, was kein großes Hindernis ist, aber schade, wenn einem ein großes Motiv vor die Linse schwimmt und man ein 60 mm oder 105 mm Makro hat.
Bei allen großen Marken für Spiegelreflexkameras, wie Nikon, Canon, Sony o. Ä.,. gibt es verschiedene Objektive, die für Unterwasserfotografie interessant sind.
Mit einem Sensor im APS-C-Format sollte man eher eine Brennweite unter 15 mm wählen, ideal ist ein 10 mm Fisheye oder, noch besser, ein 10-17 mm Zoom, der mehr Möglichkeiten bietet.
Neben dem großen Feld besteht der Vorteil des Weitwinkels darin, dass man sich sehr nahe an das Motiv annähern kann.
Nur 20 oder 30 cm vom Objekt entfernt erhält man im Vordergrund die volle Blitzleistung auf den Vordergrund und man kann in sein Bild immer noch eine weitere Ebene einbauen.

 

8) Unter Wasser, aber es geht immer noch um Fotos!

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Selbst wenn die Bedingungen und das Material sich etwas unterscheiden, die Prinzipien für ein schönes Foto bleiben dieselben wie an Land.
Zusätzlich zur Lichtqualität ist die Bildkomposition ausschlaggebend für die Klarheit und das Verständnis des Bilds.
Ein schönes, gut aufgebautes Foto ist immer attraktiv anzusehen.
Ein Anfänger wird wahrscheinlich viele Aufnahmen machen, um nichts dem Zufall zu überlassen.
Das ist aber selten eine gute Methode.
Die gute Wahl des Fotomotivs und Blickwinkels ist viel wichtiger.
Oft können die Farben sich ändern, wenn man die Kamera leicht dreht, nach oben oder unten neigt und jedem Element des Bilds Rechnung getragen wird.
Für ein gutes Foto benötigt man ein gutes Motiv. Dieses Motiv muss beim ersten Blick ins Auge stechen.
Dann versucht man, dem Bild etwas Tiefe zu geben, indem man z. B. einen anderen Taucher oder eine zweite Ebene mit einer anderen Farbe im Bild integriert.
 

 

9) Blende, Geschwindigkeit und Blitz

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Der Umgang mit diesem Trio ist am heikelsten, denn sie sind sehr eng miteinander verknüpft.
Die Belichtungszeit, die man im Modus M Ihrer Kamera einstellen kann, betrifft zwei Aspekte.
Durch Einstellen der Belichtungszeit werden Sie die Bewegung des Motivs einfangen, oder im gegenteiligen Fall absichtlich (oder unabsichtlich) Bewegungsunschärfen.
Aber Achtung, mit einer anderen Belichtungszeit ändert sich auch die Beleuchtung des Hintergrunds.
Mit dem Fisheye kann man für bewegungslose Motive auf bis zu 1/15 Sekunden heruntergehen.
Blitzen hilft natürlich auch, um die Bewegung einzufangen. Bei Gegenlicht und viel Helligkeit ist man in jedem Fall durch den synchronisierten Blitz blockiert, der für Spiegelreflexkameras je nach Modell zwischen 1/200 und 1/500 Sekunde liegt.
Wenn das Licht noch zu hell ist, kann man die Blende um eine Stufe kleiner stellen.
Dieser 2. Parameter spielt offensichtlich die gleiche Rolle wie die Geschwindigkeit im Hinblick auf das Licht, das es auf den Sensor durchlässt, außer dass die Blendenöffnung abhängig ist von der Blitzstärke.
Je stärker der Blitz ist, umso kleiner muss natürlich die Blendenöffnung sein und z. B. von 5,5 auf 8 gestellt werden.
Deshalb haben die neuesten externen Blitze teilweise Blitzeinstellungen, um die Blitzstärke zu modulieren.
Der Blitz hingegen dient nur dazu, den Vordergrund zu beleuchten.
Die Intensität des Blaus und Grüns des Wassers hängt nur von der Wahl der Verschlussgeschwindigkeit ab, da die Blende zuvor für den Blitz eingestellt wurde. Uff! Ganz schön technisch, nicht wahr?

 

10) Sorgfältige Behandlung des Materials

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Das Material für Unterwasseraufnahmen ist nicht besonders empfindlich.
Gleich, ob es sich um eine wasserdicht gebaute Kamera mit einem Gehäuse aus Plastik oder Aluminium handelt, diese Modelle haben bezüglich Meerwasser die gleichen Voraussetzungen.
Das Salz dringt überall ein, an den Federn der Drucktasten und überall auf den Metallteilen setzt sich mit der Zeit deutlich eine schädliche Grünspanschicht ab.
Ohne sorgfältiges Spülen Ihres Materials nach jedem Tauchgang ist es unumgänglich, dass Ihr Material beschädigt wird. Die Federn werden steif, Blitzanschlüsse sind schwer einzuschrauben.
Die einfachste Lösung ist, Ihr Material kategorisch selbst vor der Pflege der Dichtungen nach jedem Tauchen in Wasser zu legen.
Nach 30-minütigem Einlegen in Süßwasser sollte jegliches Salz aufgelöst sein. Sie können dies sogar in Ihrer Transportkiste machen.
Betätigen Sie an der Kamera – die immer noch unter Wasser – mehrere Male alle Hebel und Tasten, um möglichst viel Wasser abzuleiten, das noch an den sensiblen Teilen vorhanden sein könnte.
Dies ist der beste Weg, um den guten Zustand dieser Kameras zu erhalten, einfaches Abwaschen unter einem Wasserstrahl ist leider nicht sehr nützlich.
Kabel und andere Stecker müssen nach jeder Benutzung sorgfältig abgeschraubt werden.
Damit vermeiden Sie, dass diese Anschlüsse am Träger „festbacken“.
Wenn Sie diesen Anweisungen folgen, wird Ihr Material problemlos mehrere Jahre lang funktionieren.

 
Alle Fotos wurden an der Baskischen Küste aufgenommen.

 

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